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Lady in Black

The 69 Eyes, Fiddler's Green, Lacrimas Profundere, Anne, Claudi, Negative, diverse andere Personen

„Spinnst du?“ Claudi erschrak. Gerade stand sie noch alleine auf dem Balkon und blies den blauen Rauch in die kalte Winterluft. „Musst du mich so erschrecken, wegen dir bekomm ich noch ‘nen Herzinfarkt!“ schimpfte diese, und ließ vor Schreck die Zigarette fallen. „Warum rauchst du schon wieder?“ „Tu ich doch gar nicht, schließlich hast du mich so sehr erschreckt, dass sie nun dort unten liegt.“ Pat beugte sich über die Balkonbrüstung um nach unten zu sehen. „Mensch, ich versteh dich nicht. Du schadest unserem Sohn, verdammt!“ Pat sah seine Verlobte böse an. „Ist doch schon gut.“ Seufzte Claudi und verzog sich wieder ins warme Wohnzimmer. Gerade als Pat die Tür zu machen wollte, hupte jemand von unten. Wieder stellte er sich ans Geländer, und sah nach unten. Dort stand Albi breit grinsend und winkte zu Pat nach oben. „Lässt du mich mal hoch?“ rief er gut gelaunt nach oben. Pat wunderte sich kurz, was er denn hier wolle. Nach der langen Pause hatten sich die Bandmitglieder eine lange Zeit nicht gesehen. Obwohl Claudi und Pat im 5. Stock wohnten, brauchte Albi keine 3 Minuten und er stand grienend in der Tür. „Haaaallo ihr beiden, schön euch eeendlich wieder zu sehen!“ Pat umarmte seinen Freund natürlich, und es dauerte auch nicht lang, da stand Claudi neben ihrem Freund. Als Albi sie sah, klappte ihm erst mal die Kinnlade nach unten. „Was ist denn mit dir passiert?“ fragte er erschrocken. „Willst du nicht erst mal reinkommen?“ wollte sie wissen. Albi spazierte ins Wohnzimmer und setzte sich auf die Couch. „Boah, hier hat sich ja viel verändert. Naja, wie man sieht nicht nur die Wohnung. Deine Frisur war auch schon mal besser…“ murmelte er zu Patrick. „Na, du hast dich ja auch nicht sehr verändert, immer noch sehr liebenswert und direkt.“ „Magst du was trinken? Kaffee, Wasser, O-Saft?“ fragte Claudi und hievte ihren Körper nach oben. „äh, wenn’s dir nichts ausmacht, `’nen O-Saft.“ Claudi zwinkere ihm zu und ging in die Küche. „Sag mal,“ fing Albi an. „hast du…“ Pat grinste. „Ja, Ralf. Claudi und ich bekommen ein Kind. Bald ist’s soweit, es könnte sogar jeden Moment losgehen.“ „Woah. So lange haben wir uns nicht gesehen? Über ein Jahr? Meine Fresse! Wisst ihr denn schon, was es wird?“ Pat nickte. „Wir schon, ihr werdet’s schon früh genug gesagt bekommen. Und jetzt sag, was führt dich denn hierher. Wie war’s in Irland?“ Endlich fragte Pat nach dem Irlandtrip. „Irland war…richtig geil! Deshalb bin ich auch hier, aber wie ich sehe, wird’s da wohl ein kleines Problem geben.“ Pat sah Albi schief an. „Hm? Was meinst du?“ „Naja, Tobi und ich hatten da so eine Idee…“ „Was denn? Sag schon.“ Inzwischen kam Claudi mit Albi’s Orangensaft wieder ins Wohnzimmer. „Wir dachte, wir könnten, wenn wir das neue Album fertig haben, vielleicht durch Irland touren.“ Pat sah ihn mit großen Augen an. Durch Irland touren. „Hey, Schatz, das ist doch eine super Idee!“ meinte Claudi lächelnd. „An sich ist die Idee ja gar nicht so schlecht,“ entgegnete Albi. „aber, wenn euer Kind dann da ist, wird Patrick kaum Zeit für euch haben, befürchte ich.“ Da hatte er allerdings Recht. „Ralf, ich will euch doch nicht im Weg stehen, wenn ihr auch außerhalb von Deutschland Erfolg haben könntet.“ Lächelte Pats Verlobte. „Du stehst uns doch nicht im Weg, geht doch schon lang gut so, ich meinte nur, dass es schwierig mit dem Mitreisen werden könnte.“ antwortete Albi. „Warten wir doch erst mal ab, wann wir ins Studio gehen, und wann die Tour beginnen soll, dann können wir weiter sehen.“ „Naja,“ druckste Albi herum. „Das ist eigentlich auch schon klar… Ich weiß, das kommt ein bisschen plötzlich.“ Pat sah seinen Bandkollegen ungläubig und überrascht an. „Wie, ist das etwa auch schon klar?“ Albi nickte. „Eigentlich sollte es nächste Woche losgehen. Zumindest ist für uns das Studio gemietet.“ Pat war erstaunt, dass alles so schnell ging. „Weiß der Rest denn schon bescheid?“ „Nein, eigentlich wollte ich euch Bescheid sagen, dass wir uns morgen treffen, und alles besprechen, aber du gingst ja absolut nicht an dein Handy ran.“ Pat schlug sich vor die Stirn. „Ja, du hast Recht, ich wollte es ja eigentlich laden. Wann wollen wir uns denn treffen?“ „Wir dachten da so an 18-19 Uhr. Ich denke mal, das könnte jeder so….Claudi alles in Ordnung?“ fragte Albi besorgt. „Ich…ich glaube es geht los.“

Gähnend wachte Rob aus seinem leichten Schlaf auf. Die Nacht gestern war einfach viel zu lang, und der Schlaf viel zu wenig. Er streckte sich gründlich und erst jetzt bemerkte er, dass er die Nacht anscheinend nicht allein zugebracht hatte. Erschrocken stellte er fest, dass er dazu noch nackt war. „Mist.“ murmelte er und fuhr sich durch seine schwarzen Haare. Krampfhaft suchte der Sänger nach ihrem Namen. Katja? Sarah? Susanne? Nein, irgendetwas Außergewöhnliches war es. Irgendwas mit L…Laura…nein, da kam was mit o oder u. Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Lucia! Genau, Lucia hieß sie. Er überlegte ob er einfach gehen sollte, und sie schlafen lassen, oder ob er sie wecken sollte. Erst mal zog er sich sein Shirt von gestern an, und suchte seine restlichen Klamotten zusammen. Gerade als er sein Hotelzimmer verlassen wollte, wachte seine Beschäftigung von letzter Nacht auf. „Hey, wo willst du denn hin?“ fragte sie verschlafen. Wow, was gab sie für einen umwerfenden Anblick ab, Rob hätte sich fast hinreißen lassen, noch mal zu ihr ins Bett zu steigen. „Ich, äh…die Jungs warten auf mich.“ Eilig packte er seinen Kram zusammen, und hastete nach unten in die Lobby. Unterwegs traf er auf Oliver, der ebenfalls gerade seinen Koffer nach unten brachte. „Kannst du mir mal helfen?“ fragte Oliver seinen Freund. Natürlich half Rob ihm. Warum Oliver immer soviel Zeug mitschleppte war ihm allerdings schleierhaft. „Entschuldige mich kurz.“ Rob wollte gerade wieder weiter, aber Oliver hielt ihn auf. „Wo willst du denn so schnell hin, und wo ist deine umwerfende Begleitung?“ Mist, hatte Oliver ihn schon wieder ertappt. „Die, äh, liegt oben, und bitte halt mich nicht weiter auf, und frag mich nicht weiter!“ Oliver grinste breit und ließ ihn gehen. Doch es dauerte nicht sehr lang, und das nächste übel kam auf ihn zu. Korl und Tony standen draußen unterhielten sich ziemlich angeregt, lachten über das Ein oder Andere und wunderten sich ebenfalls, dass Rob ohne seine Begleitung aufkreuzte, es war ja sonst nicht seine Art. „Nanu…was…“ „Ja, die liegt oben, oder ist auf dem Weg nach unten, keine Ahnung. Wisst ihr wo Jussi und Jyrki sind?“ Beide zuckten mit den Schultern und zogen an ihren Zigaretten. Was wollte er eigentlich von Jyrki und Jussi? Na gut, er braucht irgendeine Ausrede, um vor ihr zu flüchten. Aber, warum rannte er überhaupt vor ihr weg? Es war nur eine Nacht…von vielen Nächten. Seit sie zusammen auf Tour waren, ließ er es ordentlich krachen. „Rooob!“ schallte es von hinten. Nein, sie war ihm doch tatsächlich gefolgt! Sollte er sich umdrehen? Immer noch war Rob bei Korl und Tony. Beide grinsten in die Richtung, aus der die Rufe kamen. Rob schloss die Augen und betete, dass sie von irgendjemandem sie aufhielt. „Nun geh schon, erklär ihr, dass du nichts von ihr willst!“ zwinkerte Korl ihm zu. Das musste er wohl oder übel tun. Tiefdurchatmend schritt er auf sie zu. „Lucia…“ begann er. „Ich… Können wir ein Stück gehen?“ fragte er sie freundlich. Sie nickte und hakte sich bei ihm ein. „Also, was ich sagen wollte…“ Lucia sah ihn an, und verstand was er sagen wollte. „Ist mir schon klar, was will man von euch auch anderes erwarten.“ Seufzte sie. Erleichtert sah er sie an. „Hey, ähm, die Nacht, war…toll, aber wir müssen weiter und…“ „pscht. Ist schon okay.“ Sie hauchte ihm noch einen Kuss auf die Lippen und verschwand. Rob schloss die Augen, also irgendwie hatte sie doch etwas, aber er wollte keine ewigen Rennereien mit irgendwelchen Frauen, die er nur von Touren kannte. Beruhigt ging er wieder zu Korl und Tony. „Man bin ich froh…“ säuselte er. „Ich versteh dich nicht. Wie kannst du nur so `’nen heißen Feger gehen lassen…“ meinte Korl kopfschüttelnd. „Schnapp du sie dir doch.“ Zwinkerte Tony Korl zu. Lächelnd winkte dieser ab. Tony sah auf die Uhr. „Also, ich weiß ja nicht, wie ihr das seht, aber ich hab Hunger, was ist kommt ihr mit was essen?“ Natürlich hatte alle Hunger, zusammen schlenderten sie wieder ins Hotel. „Wo ist Peter eigentlich? Hat den jemand heute schon gesehen?“ fragte Korl. „Guck doch mal rüber,“ meinte Rob. „der telefoniert schon wieder.“ Peter hatte sich bei Jyrki etwas abgeschaut, ständig zu telefonieren, oder zumindest ein Telefon in der Hand zu haben. „Ich versteh nicht, was es ständig zu reden gibt.“ Seufzte Rob. „Er entdeckt halt wahrscheinlich seine weibliche Seite.“ Alle drei mussten lachen, was Peter nicht unbemerkt ließ. Kurze Zeit später saßen alle zusammen und frühstückten.

„Hyvää huomenta... ja… hyvää ruokahalua…“ wünschte Anne den Jungs zum Morgen. Müde und lustlos ließ sie sich neben Archzie in den Stuhl plumpsen. „Was hat man denn mit dir letzte Nacht gemacht?“ fragte Timo schadenfroh grienend. „Boah…mein Kopf…“ jammerte sie. „Das war wohl nicht grad dein bester Abend, gestern, was?“ fragte Jussi. Seufzend schüttelte sie den Kopf. „Wohl eher nicht, und ich frage mich, wie ich den Tag heute überstehen soll. Man, hätte nicht mal einer von euch zu mir sagen können: Hey Anne, für heute reicht’s, komm wir gehen? Wie bin ich überhaupt hier her gekommen?“ „das frag mal Jyrki. Er war so freundlich, und hat dich auf sein Zimmer mitgenommen.“ Meinte Bazie. Anne sah sich um, kein Jyrki zu sehen. „Wo ist er überhaupt?“ wollte sie wissen. „Kommt später, denk ich. Mooorgääään Peter!“ begrüßte Jussi seinen Kollegen, in dem er aufstand und ihn drückte. Peter schob seine dunkle Sonnenbrille ein Stück nach unten und betrachtete Anne weitgehend. „Na du sahst ja auch schon mal besser aus. War wohl doch eine ziemlich lange Nacht gewesen, was?“ grinste er ihr direkt ins Gesicht. „Seh ich denn so scheiße aus?“ fragte sie stirnrunzelnd. „Also, ICH, äußere mich lieber nicht dazu.“ Feixte Jussi. „Tsä, hol du mal lieber Jyrki, in 45 Minuten sind alle fertig, ja?“ „Geht klar Chef.“ Salutierte Bazie. Anne nickte stand auf und begrüßte schnell und oberflächlich die Jungs der Lacrimas. Und auch ihnen teilte sie mit, dass sie in weniger als einer Stunde alle fertig sein müssten, damit sie weiter konnten. „Anne?“ fragte jemand von hinten. „Hm? Ja?“ Anne sah sich um, und stellte fest, dass Jyrki sie gerufen hatte. „Guten Morgen Jyrki.“ Lächelte sie ihn an. „Könnte ich mal kurz mit dir allein sein?“ „Du warst doch nun schon die ganze restliche Nacht mit ihr alleine.“ Zwinkerte Jussi seinem besten Kumpel zu, der das Gespräch mit verfolgte, da sie beide nicht weit weg standen. Anne nickte und hakte sich bei Jyrki ein. „Was gibt’s denn? Irgendein Problem?“ „Naja, nicht direkt. Gestern…da hab ich `ne Frau näher kennen gelernt.“ Sie lächelte ihn an. „Aha, und wo liegt jetzt das Problem?“ Sie hoffte, dass er sie -jetzt nicht fragte, was er jetzt machen solle, um sie wiedersehen zu können. „Das Übliche halt. Ich weiß nicht, ob sie auch so denkt wie ich. Außerdem waren wir auch ziemlich betrunken gestern. Aber, ich kenne sie schon länger.“ „ahjaaa. Und was genauuuu ist das Problem?“ „Du.“ Flüsterte er und sah auf den Boden. Anne sah ihn ungläubig an. „Wie, ich?“ „Hey, wir haben uns gestern zusammen echt gut unterhalten, und ich hab ziemlich viel über dich erfahren…“ Anne verstand überhaupt nicht, worauf er hinaus wollte. „Jyrki-Schätzchen, was möchtest du mir bitte sagen?“ „Naja, weißt du, wir kennen uns doch nun schon seit 5 Jahren. Und ich hab erst gestern gemerkt, wie wenig ich dich überhaupt kenne.“ „Jyrki…wir arbeiten zusammen, sind befreundet. Gut, wir teilen jetzt nicht die Geheimnisse miteinander, dafür hast du ja schließlich Jussi.“ „Ich hab mich in dich verliebt.“ Sagte er trocken. Was sie jetzt zu ihm sagen könnte, könnte ihn verletzen, oder freudig stimmen. Die Worte rutschten ihm einfach so raus. „Hm?“ fragte Anne nach. Jyrki stellte sich vor sie und sah ihr in die Augen. „Ich hab mich in dich verliebt.“ Sagte er noch einmal. „Jyrki…bist du dir da sicher?“ Und ob er sich da sicher war, so sicher wie das Amen in der Kirche. Besonders begeistert schien Anne von dem Geständnis ja nicht zu sein, stellte er fest. Aber was sollte er auch erwarten, sie kannten sich, ja, aber nun auch wieder nicht so gut, dass sie dasselbe Gefühl haben musste. „Anne, wir sind erwachsen, und ich dachte, wir können darüber reden.“ Da hatte er natürlich Recht, doch er musste ebenso eine erwachsene Reaktion befürchten. Sie überlegte nun krampfhaft, wie sie ihm klar machen konnte, dass sie nicht unbedingt das gleiche für ihn empfand. Immer noch eingehakt bei ihm, versuchte sie, ihn möglichst nicht zu verletzen. „Lass uns, wenn wir genug Zeit haben, noch einmal darüber reden. Ich möchte nicht, dass das jetzt zwischen Tür und Angel geklärt wird.“ Der Sänger musste sich mit diesem Angebot vertrösten, auch wenn er etwas anderes erwartet hatte. „Danke.“ Murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. „Wofür?“ „Dass du so ehrlich zu mir bist. Auch wenn du noch nichts weiter dazu gesagt hast, weiß ich wie es ausgeht.“ Sagte er bestimmt, löste sich von ihr und ging wieder zu den anderen. „Jyrki, jetzt warte. Ich möchte nochmal mit dir darüber reden…“ Jyrki winkte ab und versuchte ein Lächeln auf seine Lippen zu zaubern, was ihm aber nicht sehr gut gelang. Anne fuhr sich durch ihre Haare und seufzte, mit so etwas hatte sie nicht gerechnet. Sie kannten sich ja nun wirklich schon seit über 5 Jahren, und gerade von ihm hätte sie nicht erwarten, dass er sich in sie verliebt. Schließlich meinte er ja immer, dass Beziehung von Crew und Band vermieden werden sollte, weil es am Ende immer Ärger gibt. Etwas verwirrt, was sie jetzt tun sollte, ging sie ebenfalls wieder zu den anderen, da sie bald wieder weiter mussten. Jyrki, der schon neben seinem besten Freund Jussi saß, sah sie nicht einmal an, als sie sich ihm gegenüber setzte. Sie war die einzigste, die mit den Jungs zusammen aß, und feierte. Ab und zu kamen vielleicht noch Harro und Willy von Crew mit zum Feiern, aber das war nicht oft der Fall. Jussi bemerkte, dass irgendetwas nicht stimme, denn Jyrki probierte angestrengt Anne nicht anzusehen. Jussi würde ihn gleich nach dem Frühstück darauf ansprechen.

„Was war denn los, bei euch beiden?“ fragte Jussi ihn direkt, ohne um den heißen Brei zu reden. Jyrki sah seinen Kumpel fragend an. „Was meinst du?“ hakte er nach und faltete einen Beutel zusammen. „Komm schon, du und Anne, ihr wart doch vor dem Frühstück reden.“ „Ach das meinst du. Da war nichts weiter.“ Lächelte er gekünstelt. „Jyrki, komm schon. Du hast sie nicht einmal angesehen, und als du wieder kamst, sahst du ziemlich geknickt aus.“ Meinte der Schlagzeuger und ließ sich auf Jyrkis Bett fallen. „Da war nichts, und jetzt beweg deinen Hintern von meinen Klamotten.“ Doch Jussi machte nicht die geringsten Anstalten, sich von dem Bett zu erheben. „Hat’s was mit der gestrigen Nacht zutun? Du kannst mir doch nicht weis machen wollen, das da nichts war…“ „Verschwinde, und lass mich in Ruhe!“ brüllte Jyrki Jussi an und schmiss ihn regelrecht aus dem Zimmer. War Jussi vielleicht von seiner Reaktion überrumpelt! Diese Reaktion hätte er niemals von ihm erwartet. Hatte er irgendetwas Falsches gefragt? Verwirrt packte auch er seine Sachen zusammen und wartete in der Lobby auf den Rest. Es dauerte nicht lang, und Jyrki stand ebenfalls in der Lobby. Etwas oder jemanden suchend schaute er sich um. Insgeheim hoffte Jussi, dass Jyrki sich für sein unbegründetes Benehmen entschuldigte. Moment, vielleicht nicht ganz unbegründet. Das letze Mal als er sich so ähnlich verhielt, hatte der Gute Liebeskummer. Das könnte eine durchaus plausible Erklärung sein. Aber in wen könnte er sich verliebt haben, oder hatte er gar schon eine Freundin? Nein, das hätte er Jussi bestimmt erzählt. Plötzlich wurde Jussi aus seinen Gedanken gerissen, denn Jyrki stand vor ihm und redete auf ihn ein, von wegen entschuldigen, und dass ihm die Sache gerade leid täte. Erschrocken zuckte der schwarzhaarige Schlagzeuger zusammen. „sorry, ich wollte dich nicht erschrecken. Wo warst du denn in Gedanken?“ fragte Jyrki lieb und setzte sich auf die Sessellehne des Lobbysessels. „hab nur über die Sache vorhin nachgedacht, warum du mich so angefahren hast.“ „Ist heute wohl nicht mein Tag. Tut mir leid…“ „Schon okay, ich verzeih dir nochmal, wenn du mir sagst, was vorhin mit der los war.“ Nein, ausgerechnet über diese Sache wollte der verliebet Sänger noch nicht mit ihm sprechen. „Ach, ich hab einfach noch einen Kater.“ Versucht er sich raus zureden. „Jyrki…“ seufzte Jussi. „Jussi.“ Erwiderte dieser lächelnd und nahm einen Schluck aus seiner Wasserflasche. „Na gut, du willst eben nicht über deine tieeeefen Gefühle zu Anne sprechen, soll mir Recht sein, dann redest du eben wieder mit deinem Kuschelteddy darüber.“ Witzelte Jussi, wobei er nicht wusste, dass er genau Jyrkis Problem erraten hatte. Als Jussi über die „tiefen Gefühle zu Anne“ sprach, hätte er sich beinah an seinem Wasser verschluckt, was Jussi natürlich bemerkte. Überrascht sah dieser nun Jyrki lang an. „Nicht dein ernst!“ lächelte er. „Quatsch, spinnst du? Sie ist doch gar nicht mein Typ, weißt du doch!“ „Guuut, ich dachte schon.“ Grinste Jussi. „Na guck doch mal, sie hat doch nun wirklich nichts Anziehendes an sich, außer vielleicht…“ „Jaaa? Erzähl, was ist gestern gelaufen!“ fragte Jussi neugierig. „Jussi, da war wirklich nichts. Denkst du, ich fange was mit einer unserer Crew an? Also, so gut müsstest du mich eigentlich kennen, mein Bester.“ Zwinkerte er ihm zu. Da hatte er allerdings Recht, grübelte Jussi. „Was hat sie denn sonst so Anziehendes, hm?“ Mist, jetzt musste er sich wieder etwas einfallen lassen, damit er sich aus der Affäre ziehen konnte. Zu seinem Glück wurde er von Anne erlöst. „Wenn man vom Teufel spricht.“ Grinste Jussi Jyrki ins Gesicht. „Jaaa.“ Nickte Jyrki. „Kommt ihr?“ lächelte sie lieb. Beide nickten. Kurz trafen sich ihre Blicke. Also man musste schon sagen, unbeschreiblich schöne Augen hatte Jyrki! Glasklar und wunderschön blau waren sie, einmal zu lang hinein gesehen, und man war verloren. Anne fragte sich, warum er diese Augen immer unter einer Sonnenbrille versteckte. Jyrki atmete unhörbar tief ein und ging an ihr vorbei. „Läuft da doch was zwischen euch?“ wisperte Jussi. „Ach Jussilein, hab dir doch schon gesagt, dass sie nicht mein Typ ist!“ Wie es ihm wehtat zu sagen, dass sie nicht sein Typ war! War das doch das ganze Gegenteil der Fall!

„Toooony!!!“ rief Peter seinem Bandkollegen laut zu. „Peteeeeer!!!“ brüllte er zurück. „Boah Leute! Schreit nicht so!“ beschwerte sich Korl. „Sorry, mein Bester.“ Grinste Peter aufgeregt. „Was ist denn los?“ Peter stürzte nach vorn zu Tony, der an der Fensterscheibe angelehnt saß. „Ich werd‘ Patenonkel! Oder bin ich’s schon?!“ grinste Peter. „Wie was, wieso?“ fragte Tony überrascht. Alle der Jungs schauten Peter erwartungsvoll an. „Patrick hat mich grad angerufen, sein Sohn ist da!“ „Wer zur Hölle ist denn Patrick?“ fragte Korl. „Oh“, kratze sich Peter am Kopf. „der neue Gitarrist von Fiddler’s Green, meiner alten Band, ihr wisst schon.“ „Hey cool, was ist’s denn?“ fragte Oliver, der anscheinend nicht richtig zugehört hatte. „Na, ein Junge, hatte ich doch gesagt. Wie cool, dass wir fast in der Nähe sind, da kann ich die Drei mal besuchen!“ Peter freute sich riesig über die tolle Nachricht. Die Jungs sahen ihn nur stirnrunzelnd an. Und schon wieder griff Peter zu seinem Handy. „Patrick, ich bin’s nochmal.“ Meinte Peter, der sich zum telefonieren eine Zeitung genommen hatte. „Ja, was gibt’s denn?“ „Habt ihr was dagegen, wenn ich heute Abend, beziehungsweise morgen früh mal vorbei schaue? Ich will euch doch persönlich gratulieren.“ Pat freute sich, dass er diesen Vorschlag machte. Beide hatten ein gutes Verhältnis zueinander, auch wenn das nicht verständlich war. Peter hatte sich von der Band getrennt, da er inzwischen eine andere Musikvorstellung hatte. „Na sicher. Weißt du denn, wann? Also, morgen früh oder heute Abend? Claudi ist morgen aus dem Krankenhaus raus, also, dann könntest du auch Lukas Michael sehen.“ „Na, dann komm ich morgen, wäre mir auch lieber, da wir jetzt noch unterwegs sind.“ „Gut. Dann werd‘ ich Claudi mal darauf vorbereiten. Wie läuft eure Tour eigentlich?“ „Och ganz gut. Ein bisschen wenig Schlaf, aber sonst gut. Habt ihr nicht Lust morgen mal vorbei zu schauen? Ach…geht ja nicht.“ „Hm, meinst du nur mich und sie, oder die gesamte Band?“ „Natürlich euch alle. Ich würde mich freuen, wenn du das mit Claudi und Lukas einrichten kannst, natürlich.“ „Ach ich denke schon. Können wir ja morgen nochmal besprechen. Bis dann, okay?“

„Huch, welche Ehre.“ Säuselte Jyrki in sein Handy. „Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht mehr bei dir gemeldet habe. Du weißt wie anstrengend solche Touren sind.“ „Ja“, seufzte Jyrki. „das weiß ich zur genüge, aber was verschafft mir denn die Ehre, dass DU mich anrufst?“ „Ich wollte mich einfach in unserer Pause mal melden.“ „Pause? Du klingst nicht wie Pause, sondern eher wie…Aus-Pause…“ Jonne, am anderen Ende der Leitung, seufzte und sog die Luft tief ein. „Wie konntest du das nur raus hören…“ „Jonne, du warst schon immer ein schlechter Schauspieler. Also, was ist los bei euch?“
„Viel Stress, innerhalb der Band. Kristian will aussteigen, das scheint wohl vielleicht unser AUS zu sein.“ „Das klingt ja echt nicht gut. Willst du drüber reden?“ „Ach Jyrki, über’s Telefon ist mir das nicht so Recht. Wo seid ihr denn, ich würde gern normal mit dir sprechen.“ Sein Freund klang wirklich ziemlich niedergeschlagen und er würde noch trauriger sein, wenn er ihm jetzt sagen würde, dass er zurzeit in Deutschland ist, und dass mit dem Reden nicht richtig klappen könnte. „Naja, zurzeit in Deutschland, in der Nähe von Nürnberg.“ „Oh“, murmelte Jonne ins Handy. „schade…“ Man konnte förmlich seinen traurigen Gesichtsausdruck sehen. „Tut mir leid Jonne. Oder kommst einfach ein paar Tage nach Deutschland, könnte dir vielleicht auch nicht schaden, das könnte ich dir anbieten.“ „Oh Jyrki! Du bist ein Schatz! Das würde ich sehr gern annehmen. Wie lang bleibt ihr denn?“ „Tja, keine Ahnung. Könnte ich nachher mal nachfragen, wenn Anne wieder wach ist. Obwohl, lieber nicht…“ „Wer ist denn Anne?“ „Stell ich dir vor wenn du da bist, okay? Ich denke, sie wird dir gefallen.“ Grinste Jyrki, der seinen Blick in ihre Richtung schweifen ließ. Sie saß (vielmehr lag sie) hinten und holte den Schlaf der letzten Tage nachholen. „Aha Jyrki, dann kann ich mir ja vorstellen, wie sie ausschaut.“ Grinste Jonne ins Telefon. „Ja, nein. Ich glaube, du hast sie schon mal gesehen. Auf irgendeiner Tour oder so.“ Jyrki und Jonne telefonierten bestimmt 2 Stunden, bis Jyrkis Akku leer wurde. „Boah, wer war das denn, dass du solange quatschst?“ fragte Jussi. „Wer ist wohl neben mir das größte Tratschweib Finnlands?“ griente Jyrki. „Sag bloß, dass Jonne mal wieder angerufen hat?“ Jyrki nickte erfreut. „Aber bei ihm gibt’s großen Stress, sie lösen sich vielleicht auf.“ „Oh, dass ist doof.“ Der Sänger nickte. „Und nun?“ fragte Jussi und setzte sich zu seinem Freund. „Ich hab ihm vorgeschlagen, für ein paar Tage hierher zu kommen. Ich denke, bis dahin hat sich vielleicht auch einiges geklärt.“ „Du hast ihn hierher geladen?“ fragte Jussi noch einmal nach. Jyrki nickte. „Naja, das musst du wissen! Weiß Anne schon davon?“ „Äh, nein, sie schläft ja noch.“ Meinte er und wies auf sie. „Wann will er denn kommen?“ „Sobald der nächste Flug geht. Ich wird ihn dann von Nürnberg abholen.“ „Wer dich als Freund hat, kann sich glücklich schätzen, Kumpel.“ „Danke, das würde ich aber auch für dich tun, falls du darauf hinaus willst.“ „Das weiß ich doch du Engel.“
„Wo willst du denn hin?“ fragte Larry verwundert, als er Jonne mit seinem riesen Koffer die Treppe runter kam. „Ich flieg zu Jyrki nach Deutschland. Mach’s gut.“ Skeptisch sah Larry ihn durch seine Sonnenbrille an. „Wie nach Deutschland?“ Jonne blieb kurz stehen und überlegte, ob er Larry erzählen sollte, ließ es dann aber sein. „Ich muss los, mein Flieger geht bald. Mach’s gut und bleib sauber!“ verabschiedete sich Jonne von seinem besten Freund und verließ das Haus. Unterwegs überlegte er, ob es wirklich so eine gute Idee war, einfach wegzulaufen vor den Problemen. Aber was sollte denn schon groß gegen Kristians Entscheidung tun, außer mit ihm Stunden darüber zu reden? Ziemlich deprimiert stieg Jonne in den Flieger ein, und wartete dass er endlich da war. Er freute sich Jyrki endlich wieder zu sehen, und er war gespannt auf Anne. Jyrkis Beschreibung nach, musste sie ja wirklich eine Wucht sein, oder er hatte sich einfach nur in sie verliebt. Aber Jyrki sagte ja, dass sie schwarzhaarig sei, so wie er und das war nun wirklich nicht sein Fall. Lächelnd schloss er die Augen und irgendwann schlief er kurz ein. Das rütteln einer Stewardess weckte ihn auf. „Wir landen gleich. Legen Sie bitte den Gurt an.“ Endlich, dachte Jonne sich, endlich würde er da, und seinem Problem davon gekommen sein. Etwas besser gelaunt als vor dem Flug kam er in Deutschland an. Jyrki wartete natürlich schon auf ihn, um ihn abzuholen. „Ah, Jyrki!!!“ rief Jonne. Jyrki lächelte und winkte ihm zu. Der Flug war etwas früher gekommen, als beide dachten. Freudig umarmten sich beide, und sagten sich, wie sehr sie sich doch verändert hatten. „So nun geht’s aber ins Hotel.“ Meinte Jyrki als er Jonnes Riesenteil von Koffer in das Auto von einem der Crew Mitglieder hievte. „Übrigens, danke nochmal, dass ich herkommen konnte.“ Gähnte Jonne als er neben ihm auf dem Beifahrersitz saß. „Na, kein Problem. Vielleicht finden wir ne kleine Aufgabe für dich.“ Zwinkerte Jyrki ihm zu. „Oh, ich dachte ich hab Urlaub.“ Grinste Jonne. „Schon klar.“ Zum Glück dauerte die Fahrt nicht allzu lang, sodass sie fast allein waren, als sie ankamen. Jyrki hatte Anne nichts von dem Besuch erzählt, wie auch sie hatte bis dahin geschlafen. Anne war gerade auf dem Weg in eine Dusche, als sie die beiden traf. „Wo warst du denn?“ fragte sie und gähnte ihm ins Gesicht. „Ich hab Jonne vom Flughafen abgeholt. Ja, ich weiß, ich hätte dir bescheid sagen müssen, aber du hast ja noch geschlafen und ich dachte, ich lass dich lieber schlafen.“ Anne lächelte Jyrki an, und musterte Jonne von oben bis unten. „Naja, ich bin erst mal duschen. Bis dann.“ Meinte sie noch, drehte sich um und machte sich auf den Weg zu den Duschen. „Pack deine Klamotten erst mal in den Bus, dann sehen wir weiter, okay?“

„Klar. Wer war das denn eben?“ „Anne.“ Sagte er trocken und stieg in den Bus. „Aha.“ Irgendwo hatte Jonne sich doch schon mal gesehen, doch wusste er nicht wo und wohin er sie tun sollte. „Ich stell sie dir nachher nochmal genauer vor.“ Grinste Jyrki. „Na, das möchte ich doch hoffen. Vielleicht auch noch den Rest, mit dem ihr auf Tour seid, hm?“ Jonne schleppte seinen Koffer bis nach ganz hinten, und verstaute ihn dort. „Habt ihr heut `’nen Auftritt?“ fragte Jonne und ließ sich auf die Sitzecke plumpsen. „Wir nicht, aber die Lacrimas. Hast du nicht Lust mit zukommen? Dann kann ich sie dir auch gleich alle vorstellen.“ „Heute Abend? Klar, warum denn nicht?“
„Na, den habt ihr ja sehr gut hinbekommen!“ grinste Peter Pat an. Er hatte Lucas gerade auf dem Arm, und hatte ein bisschen Angst, ihn zerbrechen zu können. „Danke.“ Strahlte ihn Pat an. Der Bassist konnte sich an seinem Patenkind gar nicht genug satt sehen. „Er wird bald aufwachen und Hunger haben. Eventuell muss ich die Windeln wechseln.“ „Oh, darf ich das übernehmen?“ fragte Peter zapplig. „Ich fürchte“, lachte Pat. „du hast da was zu wenig.“ Peter errötete etwas und kratze sich am Kopf. „Da hast du wohl Recht.“ Während Claudi Lucas nun windelte und stillte, sprachen Peter und Pat über den heutigen Abend. „Und, kommt ihr, beziehungsweise, wollt ihr kommen? Würde mich echt freuen!“ „Ja, ich frag Claudi dann gleich nochmal, ob sie nicht zu müde ist, okay?“ Schließlich entschlossen sich die beiden sich wenigstens einen Teil vom Konzert anzusehen. Vorher riefen sie aber Claudis Eltern an, damit sie auf Lucas aufpassen konnten.
„Also, das ist Claudi, und das ist Pat, der Gitarrist, von dem ich euch erzählt hab.“ Stellte Peter die zwei vor. „Herzlichen Glückwunsch…zum…zur…“ murmelte Olli. „Ein Sohn.“ Sagte Pat und küsste Claudi auf ihre Haare. „Na dann, herzlichen Glühstrumpf! Wie heißt er denn?“ fragte Korl. „Lucas Michael. Sag mal, wer ist das, der da rumsteht, und aussieht, wie bestellt und nicht abgeholt?“ fragte Pat und wies auf Jyrki der die Zigarette schon bis zum Filter geraucht hatte, und wenn man ihn nicht darauf hinweisen würde, würde er auch diesen mit verqualmen. „Das, das ist Jyrki, einer der Jungs, mit denen wir auf Tour sind.“ Meinte er und schaute sich um, ob nicht vielleicht noch die anderen zu sehen wären.
„Mensch, brauchst du laange…wir schauen uns doch nur die Lacrimas an, und gehen auf keine Modenschau.“ Stöhnte Jyrki. „Selbst dafür muss man doch nach etwas aussehen.“ Zwinkerte Jonne ihm zu. Jyrki hatte bestimmt schon die 10. Zigarette vernichtet, als Jonne langsam fertig zu sein schien. „Und wofür machst du genau einen solchen Aufriss?“ fragte Jyrki und schnippte die Zigarette weg. „Wer weiß. Nun komm, ich will den Rest kennen lernen!“ Schon wurde Jyrki von Jonne weggezogen. Natürlich kamen ihnen allerhand andere Leute in den Weg. „Ich will auch mal wieder auf ‚nem Festival spielen, da trifft man ja massig an Leuten.“ Streckte sich Jonne. „Tja, dann klär das mit deinen Jungs, und schon geht’s los.“ Jonne sah Jyrki böse an. „Jyrki…hast du kurz Zeit?“ rief jemand von hinten. Er drehte sich um, und sah Anne aus dem Zelt rausschauen. Ihre Stimme klang ziemlich verzweifelt, musste er feststellen. „Klar, Moment kurz.“ Jyrki flüsterte Jonne noch schnell etwas zu, als er dann zu ihr ging. „Was ist denn los?“ fragte er. Anne hockte zusammengekauert auf einem Stuhl und spielte an ihrem Schlüssel. Bevor er sie noch einmal fragte, was denn los sei, fiel ihm auf, dass sie weinte. „Hey, du weinst ja, ist irgendwas Schlimmes passiert?“ Zitternd wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. „Meine Mama hat mich gerade angerufen. Ich fahr morgen gleich zu ihr.“ Wieder kamen ihr die Tränen. „Was ist denn los?“ fragte Jyrki nochmal. „Mein Bruder Andreas ist bei einem Verkehrsunfall vor ein paar Stunden gestorben.“ Nun brach sie endgültig in Tränen aus. Jyrki nahm sie in den Arm und wollte sie trösten. „Oh, das tut mir leid! Komm mal her.“ Er schloss sie in seine Arme und umarmte sie lang. Es dauerte bestimmt eine kleine Weile, ehe sie sich aus seinen Armen löste. „Darf ich fragen, wie alt er war?“ Anne nickte. „20. Nur 2 Jahre jünger als ich.“ Der Sänger nahm sie noch einmal in seine Arme. „Das tut mir wirklich leid. Ihr standet euch sehr nah, nicht wahr?“ Wieder nickte Anne. „Jyrki, er war betrunken. Es war seine Schuld, und er hat eine Familie mit in den Tod gerissen.“ „Oh Gott.“
„Rob, hast du Jyrki gesehen?“ fragte Jussi seinen Kollegen. „Ja, vorhin stand er noch am Bus…mit so ‚nem blonden…keine Ahnung wo er jetzt ist. Frag doch mal Anne.“ Meinte Rob und wandte sich wieder der Setlist zu. „Tja, die ist auch wie vom Erdboden verschluckt.“ Olli, der dem Gespräch gelauscht hatte, stieß zu den beiden. „Wenn du Anne und Jyrki suchst, die liegen sich im Zelt in den Armen.“ Zwinkerte er ihm zu. „Wie?“ Olli zuckte mit den Schultern und wandte sich ebenfalls der Setlist zu. Jussi wollte der Sache doch mal auf den Grund gehen. Es konnte ja wohl nicht so sein, wie Olli dachte, schließlich hatte Jyrki doch gesagt, dass er nichts von ihr will.
„…Natürlich kommen wir auch ohne dich aus. Mach dir da mal keine Sorgen, bleibst du wenigstens noch heute Abend? Ich möchte dir gern jemanden vorstellen.“ Sagte Jyrki während er ihr über den Kopf strich. „Ja, ich wollte erst morgen gegen Mittag hoch fahren.“ Jyrki nickte und strich ihr immer noch über den Kopf. Anne lehnte sich mit ihrem Kopf gegen seine Brust, ihr war es gerade egal, dass er in sie verliebt war, und sie ihn abgewiesen hatte. Der schwarzhaarige drückte ihr einen Kuss auf ihre Haare, und hielt sie fest. „Also doch…“ kam Jussi reingeplatzt. Beide lösten sich aus ihrer Umarmung. Anne hatte immer noch Tränen in den Augen, als sie Jussi ansah. „Jussi…“ murmelte Jyrki. Jetzt erst bemerkte der Schlagzeuger, dass Anne geweint haben muss. „Was ist denn mit Anne los?“ fragte er auf Finnisch. Jyrki winkte nur ab und reichte ihr ein Taschentuch. „Ich bin mich mal kurz frisch machen.“ Schniefte sie noch und ging zur Toilette. „Was ist denn los? Hast du ihr ne Abfuhr gegeben?“ grinste Jussi. „Jussi, das ist nicht witzig!“ fuhr er ihn an. „Hey, ist ja schon gut. Ich dachte nur…du hast doch gesagt, du willst nichts von ihr.“ Jyrki sah ihn stirnrunzelnd an. „Du hast da irgendwas falsch verstanden… Sie hat ein Problem, fährt morgen Mittag nach Hause, weil es ihrer Mutter nicht gut geht. Ich hab sie in den Arm genommen, mehr nicht.“ Jussi runzelte die Stirn. „Ahja, Olli meinte…“ Jyrki legte seinem besten Freund eine Hand auf die Schulter. „Wem glaubst du mehr, mir oder Oliver, hm?“ „Dir natürlich. Aber warum weint sie, ist irgendwas passiert?“
„Hey, alles in Ordnung bei dir?“ fragte Claudi, die an der Klotür klopfte. Anscheinend musste Anne ziemlich laut geweint haben, wenn sie das schon mitbekam. „Schon okay.“ Kam sie aus der Kabine, wusch sich die Hände und trocknete sich die Tränen. „Hab dich noch nie hier gesehen.“ Murmelte Anne. Sie überlegte angestrengt, zu wem sie wohl gehören konnte. „Ich wurde ja auch nur eingeladen.“ „Ah, hast du die Backstagepässe gewonnen?“ fragte Anne. „Äh, nein, von Peter wurden wir eingeladen.“ „achso. Na, dann wünsch ich dir noch viel Spaß beim Konzert. Kommst du gleich mit, muss auch in die Richtung.“ Zusammen gingen sie also in den Backstagebereich, wo sie auch auf die Jungs trafen. „Wieder alles in Ordnung?“ flüsterte Jyrki Anne zu. Sie nickte leicht und stellte sich neben Archzie. „So, noch 15 Minuten, dann geht’s looos.“ Sagte Rob aufgeregt. Anne lächelte leicht und klopfte ihm auf die Schulter. Nachdem sich die Lacrimas Profundere so langsam in die Startlöcher begaben, verkroch sich Anne in eine der nicht so überfüllten Ecken. Sie stützte ihren Kopf auf ihre Arme und schloss die Augen. Dann tippte ihr plötzlich jemand auf die Schulter. „Ja?“ meinte sie und rieb sich die Augen. „Ich bin Jonne. Jyrki wollte mich dir anscheinend nicht vorstellen.“ „Dann nehm ich an, dass du weißt wer ich bin?“ Jonne nickte. „Jyrki hat mir viel von dir erzählt!“ „Na, ich hoffe doch nur Gutes!“ lächelte Anne. „Aber natürlich.“ Jonne, Jyrki, Anne und Jussi beschlossen sich das Konzert anzusehen. Jyrki wich Anne nicht von der Seite, was Jonne und Jussi natürlich bemerkten. Rob und seine Kollegen stellten ihr neues Album „Songs for the las view“ vor. Gerade spielte sie „The Beauty Of Who You Are“.
“So, you're here to play with me
And bring me to my knees
Deceiving me with your delights
But, I still don't understand
That I can't hold your hand
I'll never do

Come on beautiful friend
My love can't find an end
Be mine before you leave me again
Leave me again
You know I can't forget tomorrow I'll be dead
Save me before you kill me again
Kill me again

What? You say you're still confused
And you don't want to lose
Believing you though it's a lie
Go, and stop this tragedy
That you create for me
foul Never do
not happy ending“

Irgendwie fühlte sich Jyrki durch diesen Song angesprochen. Anne verschwand schon, bevor das Konzert überhaupt erst richtig im Gang war. „Ihr geht’s wirklich nicht gut, kann das sein?“ fragte Jussi Jyrki in einem der ruhigeren Songs. Jyrki nickte. Total verschwitzt und erleichtert kamen die Jungs von der Bühne. „Na, wie waren wir?“ grinste Rob Jussi an. „So wie immer.“ Lächelte er müde. „Das ist Claudi, und das Pat, Freunde von mir. Das sind Jyrki, Jussi und Bazie. Wo der Rest ist, weiß ich nicht.“ Stellte Peter Claudi und Pat den anderen vor. „Wo ist denn Anne hingegangen?“ fragte Korl. „Ihr war wohl nicht so wohl, ist schlafen gegangen, weil sie morgen gleich weg fährt.“ Meinte Jyrki. Natürlich wollte alle wissen, wohin sie fuhr, und warum. Jyrki dachte sich für sie eine Ausrede aus, allerdings gefiel das Jussi nicht besonders. Claudi wollte so langsam wieder nach Hause, da sie müde war. Patrick und sie verabschiedeten sich also, und verließen alle mit dem Versprechen, sich noch einmal sehen zu lassen, bevor es weiter ging. Anne verabschiedete sich am nächsten Tag nur flüchtig von allen, da sie keine Lust auf lange Erklärungen hatte. Inzwischen bei Pat und Claudi:

„Du, ich komme mit Lukas mit, okay?“ sagte Claudi und räumte die Kaffeetassen in die Spülmaschine. „Na klar. Die anderen freuen sich bestimmt euch zu sehen.“ Grinste ihr Verlobter. „das denk ich auch. Was meinst du wird Frank sagen? Er weiß ja noch von nichts.“ „ach, du kennst doch Frankyboy, er freut sich doch immer, wenn er Kinder sieht.“ „stimmt. Kommen denn alle, oder fehlt wieder ein Teil?“ Patrick konnte nur mit den Schultern zucken, da er nicht wusste, wer überhaupt im Land war, und wer von Ralf benachrichtigt wurde.
„Hey, bist du gut angekommen?“ fragte Jyrki Anne am Telefon. „Ja, allerdings war hier ziemlich viel Stau. Wie läuft’s bei euch?“ „Ganz gut, wir sind gerade beim Soundchek.“ „Oh, dann leg schnell auf.“ „Hey, ich bin doch wie immer schon fertig, oder willst du mich loswerden?“ Anne fummelte aus einer Schachtel eine Zigarette raus und zündete sie sich an. „Nee, aber ich dachte, ihr hättet erst angefangen.“ „Wie geht’s denn deiner Mutter?“ Anne schwenkte ihren Blick auf ihre Mutter, die zusammengekauert neben ihr saß. „Es geht, wir müssen uns heute um die Beerdigung kümmern.“ „Oh… kann ich euch irgendwie helfen?“ „Nein, ich glaub eher nicht. Kannst du mich vielleicht heute Abend noch mal anrufen? Ich will mich etwas um sie kümmern.“ Jyrki nickte einverstanden. „Klar, dann bis dahin.“ Beide legten auf und widmeten sich ihren Aufgaben.
„Haalloooo, jemand da?“ rief Frank in den Proberaum. „Jaha, wir sind hiier!“ schallte es von Tobi, Ralf und Stefan zurück. „Guhut.“ Kurz nachdem Frank kam, spazierte auch Rainer ein. „Na Leute, wie geht’s?“ strahlte er. „Brrr, du bringst ja eine Kälte mit.“ Meinte Ralf und schob ihm eine Tasse Kaffee rüber. „Joa, ziemlich frisch draußen. Bis hier her stand ich voll im Stau…Mist Wetter!!“ fluchte er und zog sich aus. „Pat noch gar nicht da?“ fragte er noch, bevor er sich neben Tobi pflanzte. „Hm, er wollte jeden Moment da sein.“ Und es dauerte auch nicht lang, bis man Kindergeschrei hörte. „Ach mein Schatz…wir sind doch jetzt da. Hier ist’s warm…“ hörte man Pat sagen. Anne schob Pat die Tür auf, und sah wie sie alle zu den beiden sahen. Frank und Stefan fielen aus allen Wolken, als sie Patrick mit einem Kinderwagen durch die Tür fuhren sahen. „Grüßt euch.“ Sagte er mit einem breiten Grinsen. „Man ist das kalt draußen.“ Murmelte claudi und begrüßte alle 6. „Jetzt sagt mir nicht, dass Patrick Vater geworden ist!“ rief Frank aus. Claudi drehte sich zu ihrem Verlobten um und lächelte. „Doch“, Grinste Ralf. „schön dass ihr auch mitgekommen seid.“ „Ja, der kleine muss euch doch auch kennen lernen, oder nicht?“ zwinkerte sie Ralf zu. Nachdem sich beide ausgezogen hatten, wollten alle den kleinen sehen. „Na er ist ja niedlich!“ meinte Tobi und strich ihm über seine Wange. Alle beglückwünschten der Mutter und dem Vater und widmeten sich dann dem eigentlichen Vorhaben. Allerdings blickte jeder zu Lukas in den Kinderwagen, und ließ sich von ihm ablenken. „Ist ja ganz süß, dass du mit deinem Sohn hier bist, aber das hindert uns an unserer Arbeit.“ Versuchte Ralf ihr möglichst freundlich zu erklären, dass sie vielleicht besser nach Hause fahren sollte. „Schon okay, ich bin weg.“ Zwinkerte sie noch und ging. „So, also, wann geht’s denn ins Studio?“ fragte Pat. „Achja, nächste Woche geht’s nach Leipzig ins Studio.“ Meinte Tobi. „Wieso denn Leipzig? Ist bei Christoph schon voll?“ „Ja, scheint wohl so, und da ich in Leipzig schon mein Solodingens aufgenommen hab, dachte ich, können wir auch dort aufnehmen.“ Sprach Ralf und alle stimmten zu. „Und was meintest du nun mit dieser Irland Tour?“ „Das war meine Idee, als wir in diesem niedlichen Pub waren. Die haben uns auch drauf angesprochen, ob wir nicht Lust hätten. Aber ich denke mal, wir besprechen das, wenn das Album fertig ist.“
Eine Woche war inzwischen vergangen, seit Anne bei sich zu Hause war, die Fiddler’s im Studio und die Lacrimas+69 Eyes weiter auf Tour waren. Anne musste so langsam wieder zu den Jungs, schließlich war es auch nur eine ganz normale Arbeit. Wehmütig verabschiedete sie sich von ihrer Mutter. Sie war auf dem halben weg, als Jyrki sie anrief. „Wo bist du denn?“ „Hei Jyrki. Gute Frage, irgendwo auf der Autobahn, die halbe Strecke hab ich schon hinter mir. Was machst du?“ „Och, gerade langweile ich mich etwas.“ „Ah, und da dachtest du, du rufst mich mal an, was?“ griente Anne in ihre Freisprechanlage im Auto. „Mist, du hast mich ertappt. Wann bist du denn ungefähr da, möchte Olli wissen.“ „Tja, wenn das weiter so geht, vielleicht in 2-3 Stunden.“ Doch noch so lange, dachte Jyrki. „Ich sag bescheid. Übrigens, Jussi ist von der Bühne gefallen.“ „Was? Man du Arschloch!“ Anne fluchte und hupte. „Was denn bei dir los?“ „Ach, so ein Wixer meint sich hier dauernd vordrängeln zu müssen. Was war jetzt mit unserem Jussi? Ist irgendwas passiert?“ „Nee, nicht weiter schlimm.“ „Na gut, ich muss mich auf die Straße konzentrieren, ja?“ „Na klar, bis dann.“ Jyrki war natürlich froh, dass sie endlich wieder da war. Er tippte noch ein bisschen auf seinem Handy rum, als er von Jussi erschreckt wurde. Jussi wusste inzwischen, dass sein Kumpel verliebt war, aber nicht, wer es ist. „Na, wieder mit deiner Angebeteten telefoniert?“ grinste er ihn an. „Ja, sie hat sich nach dir erkundigt.“ Jussi runzelte die Stirn. „Wieso nach mir?“ Mist, jetzt hatte er sich doch tatsächlich verplappert. „Jussi…“ „Kenn ich sie etwa doch?“ Jyrki nickte leicht errötend. „Oha, sag schon, wer ist es!“ „Anne.“ Flüsterte der Gute schon fast, ihm war es irgendwie unangenehm darüber er sprechen. Jussi bekam Stielaugen, als er ihren Namen hörte. „Nee, nicht dein Ernst! Ich denke sie ist nicht dein Typ, hm?“ Jyrki fuhr sich durch seine schwarzen Haare. „Kann doch auch nichts dafür, ist nun mal so. aber…“ „Was aber? Sie will nichts von dir, nicht wahr?“ wieder nickte Jyrki. „Na, das wird schon, glaub mir! Hast du’s ihr schon gesagt?“ „Ja, vor einer Woche, als ich dich so angefahren hatte.“ Jussi lächelte, also hatte er mit seiner Spaßvermutung doch Recht gehabt. Er kannte ihn nun doch schon so lang, dass er sowas merkte. „Hier seid ihr! Jussi, du sollst mal eben zu Rob, der sucht dich schon die ganze Zeit.“ Jussi lächelte Jyrki an, klopfte ihm auf die Schulter und ging. Puh, hatte er doch nicht weiter darüber reden müssen. „Wann kommt anne denn wieder?“ fragte Jonne.



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