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“Warum tust du so was?”
“Weil es mir Spaß macht. Warum sollte ich es nicht tun?”
“Weil das hier schon seit Monaten so geht…”
Langsam ziehst du dich wieder an, und ich sitze immer noch auf dem Bett, das total zerwühlt ist. Als du endlich deine Hose an hast, setzt du dich zu mir und siehst mich an.
“Es ist nur Sex, mehr nicht.” Enttäuscht und wütend gleichzeitig sehe ich dich an, nehme meine Sache und zieh mich so schnell es geht an, und verschwinde. Erschrocken rennst du mir nach und stoppst mich an der Tür.
“Hey, sehen wir uns morgen?”
“Weiß nicht.” Ich merke wie diese kurze Antwort etwas in dir auslöst.
“Komm, lass uns morgen darüber reden.”
Noch einmal sehe ich dich an, und gehe. Ich muss erst ein Stück mit der Straßenbahn fahren um dann mit der Bahn nach Hause zu kommen. Eigentlich dauert das ganze nur eine dreiviertel Stunde, aber heute scheint es mir wie eine Ewigkeit. Immer wieder versuche ich den Gedanken an dich abzuschütteln, es tut mir einfach zu sehr weh, an dich denken zu müssen. Nahezu in Trance bekomme ich mit, wie mein Handy klingelt. Als ich auf das Display sehe, wird mir klar, dass ich wieder einmal verpennt habe an der richtigen Station auszusteigen. Und wieder mal muss ich den Rest zurück laufen. Eine gute Stunde später bin ich endlich zu Hause angekommen.
“Wo warst du denn so lang?”
“Hab mal wieder vergessen auszusteigen…”
“Mal wieder…was war denn diesmal, dass du nicht aussteigen konntest?!”
Ich muss angestrengt nachdenken, um dir eine Antwort geben zu können, ohne dir die wirkliche Wahrheit zu sagen.
“Wie immer, bin kaputt. Ich geh schlafen…”
Insgeheim hoffe ich, dass du mich damit gehen lässt, und nicht weiter nachfragst. Doch damit hab ich wahrscheinlich falsch gedacht.
“Warte, es ist doch erst kurz vor neun.”
“Ich bin wirklich müde, war ein anstrengender Tag heute.”
“Haben die kleinen dich so strapaziert?” Ich nicke müde, und gehe in unser Schlafzimmer. Langsam ziehe ich meine Klamotten aus. Warum musst du mich denn unbedingt beobachten, es gefällt mir nicht! Mir gefällt es nicht, dass ich dich anlügen musste. Wieder einmal muss ich an jemand anderen denken, nicht an dich. Langsam lasse ich mich auf das Bett sinken, sehe dich an und verkrieche mich unter der Decke.
“Was ist wirklich los? Seit einer Woche verkriechst du dich vor mir. Ist irgendwas passiert?”
“Nein, zur Zeit ist es einfach nur so unheimlich anstrengend.”
“Wie geht’s denn dem kleinen von Antti?”
Einen Moment lang muss ich überlegen, wen genau du meinst, deshalb dauert meine antwort auch einen Moment.
“Jonny geht’s prima. Redet ihr nicht darüber?”
Jetzt drehst du dich weg und stehst auf.
“Darüber wollte ich mit dir reden. Es ist vorbei… Wir haben uns aufgelöst.”
“Hm? Wie aufgelöst? Ich dachte, es läuft alles so gut?”
Kopfschüttelnd stehst du auf und willst ins Wohnzimmer. Ich stehe auf und gehe dir hinter her.
“Hey, tut mir leid, was ist denn passiert. Warum habt ihr euch getrennt?”
“Ach, das ist alles zusammengekommen. Du weißt ja, dass es schon lange bei uns nicht mehr hinhaut. Und gestern hatte Jonne endgültig zuviel, und wir haben beschlossen, uns zu trennen..." Ich sehe, wie traurig du bist, mit so was habe ich nicht gerechnet. Du siehst mich verzweifelt an, und am liebsten würde ich dich in den Arm nehmen, wenn ich nicht an jemand anderen denken müsste. Deine Augen lassen mir jedoch keine andere Wahl und ich stehe zu dir auf, nehme dich in meinen Arm und drücke dich fest an mich.
"Redet doch noch mal mit einander... vielleicht wart ihr alle einfach nur überreizt, wegen eurer ständigen Arbeit zusammen."
"Das du immer alles positiv siehst... ich glaube es ist wirklich vorbei..."
Wir schlafen miteinander, und ich bin wieder nicht in Gedanken bei dir. Mir tut es leid, dass ich dich betrüge, aber ich kann nicht anders. Ich brauch die nähe des anderen. Aber ich brauche auch dich. Du bist der Vater meines Sohnes, du bist der Mann mit dem ich mein Leben verbringen will, oder wollte? Am nächsten Morgen weckst du mich zärtlich mit einem Kuss.
“Guten Morgen, mein Schatz. Ich hoffe, ich hab dich nicht aus einem schönen Traum gerissen?” Du stützt deinen Kopf in deine Hand und siehst mich zärtlich an. Ich reibe mir die Augen und sage dir, dass du mich nicht geweckt hast.
“Hab ich dir heute schon gesagt, wie sehr ich dich liebe?”
“Nein, bisher hast du dass noch nicht gemacht.”
“Dann sag ich’s dir eben jetzt. Ich liebe dich!” Wir küssen uns zärtlich, und stehen gemeinsam auf um unseren Sohn zu wecken. Joona schläft natürlich schon längst nicht mehr, er wartet, dass wir ihn holen. Du gehst zu ihm beugst dich über sein Bettchen und begrüßt ihn.
“Guten Morgen, mein Kleiner. Na, hast du gut geschlafen?”
Es ist so schön, euch beiden zuzusehen, ich liebe diese Momente! Joona sitzt auf deinem Schoß und sieht mich an. Während du mit ihm das Frühstück vorbereitest, ziehe ich mich um.
“Willst du nicht noch mal mit dem ´Rest reden?”
“Ich glaube nicht, dass das so einen großen Sinn hat.” Ich stelle mich hinter dich und massiere deine Schulter. Du siehst zu mir hoch, und willst mir einen Kuss geben. “Papa!” quietscht der Kleine. Ich sehe dich an. Du siehst mich an. Ich hocke mich direkt vor unseren kleinen Mann.
“Das hast du aber toll gemacht.” sage ich stolz. Du siehst mich an, und bist genauso stolz wie ich. Ich nehme Joona auf meinen Arm.
“Ich zieh Joona mal an, oder willst du das machen?”
“Ich würde das gern heute übernehmen, geh du doch schon mal duschen, und dich fein machen, ich rede doch noch mal mit den Jungs. Sie würden sich sicher freuen, dich mal wieder zu sehen.”
“Gut, dann bis gleich.”
Unter der Dusche muss ich wieder an den anderen denken, was soll ich tun, wenn ihm gleich gegenüber stehen werde? Wirst du etwas merken? Das heiße Wasser tut im Moment so gut, ich beobachte wie der Dampf nach oben steigt. Ich muss wohl schon seit einer Stunde im Bad verbracht haben, als du plötzlich vor mir stehst. Gedankenverloren sehe ich dich an, Du lächelst sanft und streichst mir zärtlich über die Wange. Ich lächle dich ebenfalls an, und umarme dich sanft. Du berührst meine nasse nackte Haut mit deinen Fingerspitzen, fährst meine Konturen nach und stoppst an meiner Hüfte. Einen zärtlichen Kuss hauchst du mir erst auf die Lippen, bevor du ihn fordernder werden lässt. Mit einer meiner Hände gleite ich unter deinen Pulli, und dann unter dein Shirt. Deine Hand gleitet weiter an meinem Körper nach unten. Ich ziehe dich näher an mich, streife dir langsam den Pulli über deinen Kopf. Langsam drückst du mich gegen eine wand des Badezimmers. Dein Shirt findet ebenfalls den weg von deinem Körper. Ein Schauer überkommt mich, als ich deinen nackten Oberkörper sehe. Ich will dich jetzt, jetzt und hier. Mit einer Hand öffnest du deine Hose, und lässt sie während unseres intensiven Zungenkusses nach unten rutschen. Vorsichtig und schnell verschwindet auch deine Shorts von dir. Nun stehen wir beide nackt voreinander. Ich lasse uns etwas Wasser in die Wanne. Zusammen steigen wir ein, und küssen uns weiter.
“Was hast du denn vor?” frage ich dich zärtlich. Du lächelst mich nur an.
“Genau dasselbe, was du auch vorhast, mein Schatz.”
“Was hab ich denn vor?” Du legst einen Finger auf meine Lippen und widmest dich meiner Brust, die du zärtlich küsst. Wir können bald nicht mehr voneinander lassen. Dein steifes Glied berührt meinen Bauchnabel. Es dauert nicht lang, und wir spüren uns ganz intensiv… Das warme Wasser unterstützt unsere Gefühle für einander noch mehr. Wir trocknen uns noch gegenseitig ab, bevor wir uns anziehen und deine Jungs besuchen. Joona freut sich ebenfalls Jonny wiederzusehen. Die beiden sind echte Kumpels geworden, wenn man das in dem Alter so sagen kann. Jonny ist 4 und Joona 1 ½. Während der Fahrt, die circa eine Stunde dauert, denke ich über die letzen Wochen genau nach.
“Schatz?” fragst du. Ich sehe dich an, und nachdem einige Sekunden verstrichen sind, antworte ich,
“Äh, was?”
“Na, wo warst du denn?” lächelst du mich an.
“Entschuldige.”
Joona schläft inzwischen mal wieder. In letzter Zeit, schläft der kleine ziemlich viel. Wir steigen aus, ich schnalle Joona ab, nehme ihn auf den Arm und warte, bis du das Auto abgeschlossen hast. Hand in Hand betreten wir das kleine Studio, was in einem kleinen Haus ist. Santo kam uns gleich schwanzwedelnd entgegen.
“Hey Santo!” begrüße ich ihn. Ich höre Treppengeknirsche und wie sich zwei deiner Jungs unterhalten.
“Sonja, was machst du denn hier?” Larry kommt zu Joona und mir gestürmt. Man könnte ihn mit Santo vergleichen. Naja, genauso aufgeregt, nur das mit dem schwanzwedeln lassen wir besser weg…
Hinter ihm steht Antti mit Jonny an der Hand.
“Joona.” ruft Jonny.
“Psscht, der kleine schläft ,Jonny.” Als Jonne und du euch anseht, merke ich, dass es wohl ein großer Streit gewesen sein muss.
Ihr begrüßt euch flüchtig, und Larry bittet mich, mit nach unten zu kommen. Ich gebe ihm Joona und folge ihm nach unten.
“Kann der kleine irgendwo schlafen?” flüstere ich Larry zu. Er zuckt mit den Schultern.
“Was soll’s schläft er eben auf meinem Schoß weiter.”
“Darf ich ihn mal haben?” fragt Larry freundlich.
“Klar, aber psst, ne?” Jetzt kommen Jonne und du mit nach unten. Du telefonierst mit Jay und Jonne mit Snack. Antti kommt ebenfalls zu uns. Er lässt sich langsam in den Sessel sinken, ohne den Blick von mir zu wenden. Mir ist es unangenehm von ihm so beobachtet zu werden. Weiß er etwa über uns bescheid? Weiß er, was da zwischen mir und ihm läuft?
“Wollt ihr was trinken?” fragt Jonne, um unsere Gestarre zu beenden. Er bemerkt, dass es hier irgendwie verkrampft zu geht.
“Wenn ihr habt, ‘nen O-Saft.” Joona wacht in Larrys Armen auf.
“Na, kleiner, gut gepennt?”
Es dauert nicht lang, und Jay kommt mit Snack im Schlepptau zum Studio. Jay mag Joona besonders gern, was andersrum auch nicht anders ist. Damit ihr in Ruhe reden könnt, verziehe ich mich mit Jonny und Joona nach oben zum Spielen. Nach ungefähr 2 Stunden sehe ich auf die Uhr. “Was, schon Mittagszeit. Joona müsste etwas essen.”
“Hast du Hunger, Jonny?” Jonny nickt, und auch Joona sieht hungrig aus. Zu dritt gehen wir wieder zu euch nach unten. Ihr habt euch schon ausgesprochen, als ich mit beiden Jungs an der Hand nach unten komme.
“Sagt mal, habt ihr irgendwas für die beiden zu essen da? Haben nämlich Hunger, vom anstrengenden Spielen.”
“Ich befürchte nicht. Wir hatten ja nicht vor, so lang zu bleiben.” meint Antti und nimmt Jonny auf den Schoß.
“Na, dann muss ich wohl los, sonst quengelt Joona.” meine ich und will nach oben.
“Warte, ich komm mit. Ich muss nämlich auch noch mal wohin.” springt Jonne nach oben. Eigentlich bin ich damit nicht so zufrieden. Ich ziehe Joona an, und warte, dass Jonne auch fertig wird. Joona wird wieder hinten angeschnallt, und ich setze mich auf den Fahrersitz.
“Danke.” murmelt er. Ich sehe ihn verwundert an.
“Wofür?”
“Dafür, das wir wieder zusammen sind.” Wir, oder Wir, frage ich mich.
“Damit hab ich doch nichts zutun. Ich hab Kris nur gesagt, er solle noch mal mit euch reden.”
“Eben, von allein wäre er nie auf die Idee gekommen.” Ich glaube, jeder einzelne schätz Kris falsch ein, er hat mehr drauf als alle wissen, oder glauben.
“Wie du meinst. Aber er hängt genauso an euch, wie ihr an ihm. Und jetzt sag nicht, gute Gitarristen gibt es überall. Klar, aber ihr kennt euch nun mal nun schon so lang.” Du wolltest dieses Argument bringen, das weiß ich, schließlich kenne ich dich ebenfalls gut genug.
“Antti weiß bescheid.” sagst du trocken, ohne mich dabei an zusehen.
“Bitte?” Also doch, hatte ich vorhin doch richtig vermutet. Ein warmer, fast heißer Schwall kommt in mir auf.
“Ich musste. Es ging nicht anders…” Bevor du noch etwas sagen kannst, falle ich dir ins Wort.
“Warum?”
“Antti hat mitbekommen, wie du fast jeden 2. Tag bei mir warst. Da konnte er sich eins und eins zusammen zählen, und hat mich darauf angesprochen.”
“Und warum hast du dir nicht irgendeine Ausrede einfallen lassen? Darin bist du doch sonst so gut.”
“Na hör mal! Was glaubst du wer Antti ist? Warum sollte ich ihn anlügen?”
“Das könnte Konsequenzen für uns BEIDE haben, hast du daran vielleicht gedacht?”
“Sonja, jetzt bleib doch mal entspannt. Antti hat bestimmt nicht vor, Kris irgendwas darüber zu erzählen.” Antti. Ich habe eine andere Meinung zu ihm. Wir haben uns noch nie sehr gut verstanden, dass Joona und Jonny sich gut verstehen, hilft da schon etwas, aber es liegt etwas zwischen uns.
“Jonne, nein. Ich halte von Antti nicht sehr viel, um ehrlich zu sein.” murmele ich etwas in Gedanken.
“Aber doch von mir, oder nicht? Ich vertraue ihm, und ich habe ihm versprochen, alles zu beenden.”
Ich schlucke, ich möchte nicht, dass alles zu Ende ist. Ich brauch unser Verhältnis! Ich schließe nur für ein paar Sekunden die Augen. Nur für ein paar verdammte Sekunden! Du greifst mir ins Lenkrad, und versuchst noch alles wieder gerade zu biegen. Glück gehabt. Nichts passiert. Ich atme erleichtert auf.
“Sag mal, was war das gerade? Bist du verrückt?”
“Entschuldige, ich war… abgelenkt.” Du siehst mich an, und ich blicke wieder auf die Straße. Die Scheibenwischer wischen in einer monotonen Bewegung von links nach rechts. Der Regen wird immer stärker, man merkt, dass wir aus der Stadt rausfahren. Jedes Mal wenn wir die Stadt hinter uns lassen, wird das Wetter mies. Und jetzt auch noch Nebel, dabei hatte der Tag sogut angefangen…
“Ich frag mich, wo die drei solange bleiben…” meint Kris und sieht zum 10. Mal auf die Uhr.
“Jonne hat doch gesagt, er müsste noch etwas erledigen, und du weißt doch, wie lang so was bei ihm dauern kann.” zwinkert Larry ihm zu. Antti war in seinen Gedanken inzwischen bei der Vorstellung, was die beiden miteinander treiben würden. Je mehr Zeit jetzt verging, desto nervöser wurde Kris.
“Mensch, die sind jetzt schon 2 Stunden weg… was wollte Jonne denn?”
“Keine Ahnung, ruf Sonja doch einfach mal an, dann wirst du schon sehen, wo sie bleiben.”
Doch soweit kommt es gar nicht, denn sie ruft selbst aufgeregt an.
“Schatz, ich…wir…Joona und Jonne sind auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich hab einen Unfall…” Sie spricht so schnell, sodass Kris gar nicht mit verstehen hinterher kommt. Kris geht nach oben, um genug Ruhe zu haben.
“Was? Sonja, langsam bitte. Ich versteh dich sonst gar nicht. Wo bist du? Und was meinst du mit Unfall?”

Ich hole tief Luft.
“Ich… ich hab einen Unfall gebaut… Jonne und Joona sind unterwegs ins Krankenhaus… Kris, Joona…”
Ich muss das Telefonat beenden, damit ich zu meinem Sohn kann.
“Wird er durch kommen??” frage ich hektisch.
“Wir tun unser Bestes.” Oh Gott, für mich hört sich das natürlich negativ an. Im Moment kann ich nicht an Jonne denken, er ist schließlich bei Bewusstsein, nicht so wie mein kleiner Schatz.
Die Fahrt bis zum Krankenhaus kommt mir vor, wie eine Ewigkeit.

“Was ist mit Joona und Jonne?” Kris kommt angehetzt im Krankenhaus an. Ich stürze ihm entgegen.
“Jonne geht es schon wieder ganz okay. Aber Joona…” mit meinem Kopf zeig ich in Richtung Op-Saal.
“Was? Was ist mit dem Kleinen?!” Ich setze mich wieder, und atme noch einmal tief durch.
“Ich weiß es nicht.” murmele ich.
Während wir uns anschweigen, kommt Jonne mit einem Verband am linken Arm und einem Pflaster am Kopf zu uns. Ich kann ihm einfach nicht in die Augen sehen.
“Was ist denn eigentlich passiert?!” fragt Kris aufgeregt.
“Der Nebel hat die Sicht eingeschränkt, und dann ist uns etwas entgegen gekommen.” Ich bin Jonne dankbar, dass er mit Kris darüber spricht.
“Wie lange dauert das denn hier…” fluche ich.
Ein Arzt kommt aus dem Op, und ich renne zu ihm.
“Was ist mit Joona, wie geht’s ihm?”
“Wir müssen die Nacht abwarten.” sagt der Arzt trocken und geht weiter.
“Kann ich bei ihm bleiben?” frage ich. Kris legt einen Arm um mich.
“Gehen Sie lieber nach Hause, Sie können nichts für ihn tun.”
Natürlich protestiere ich, aber Kris bringt mich zu der Überzeugung, dass wir wirklich nichts tun konnten. Kris fährt Jonne zurück ins Studio. Eigentlich will ich nicht noch mal zurück, aber was soll ich auch zu Hause rumhocken. Die Jungs wissen noch gar nicht bescheid, was denn passiert ist. Larry steht draußen an der Tür und raucht. Die anderen sind im Haus verteilt. “Da seid ihr ja wieder…” Kris hält mich fest im Arm. “Was ist denn passiert?” fragt er, und schiebt uns die Tür auf. Ich möchte nicht reden, darum gehe ich gleich bis ganz in den Keller. Dort verzieh ich mich in eine der versteckten Winkel. Es dauert nicht lang, bis Kris und Larry mit Jonne nach unten kommen. Kris setzt sich neben mich und nimmt mich in den arm. Die Jungs kamen alle nach und nach, nach unten. “Was ist denn nun passiert?” hakt Larry noch einmal nach. “Wir hatten einen Unfall…” Larry sieht zu erst mich, dann Jonne an. "Wie Unfall? Was ist denn passiert? Wo ist Joona überhaupt?"
"Im Krankenhaus..." sage ich leise.
“Wie im Krankenhaus?” Kris erzählt ihm alles, und hält mich im Arm.
“Ich möchte zu Joona.” sage ich traurig.
“Du weißt doch, dass du nichts tun kannst. Sollen wir nach Hause fahren?” Ich schüttele den Kopf und lehne mich gegen Kris’ Schulter.
“Ist’s denn sehr schlimm?” fragt Larry.
“Wir hoffen, dass er die Nacht durchhält.” meint Kris. Plötzlich ist jeder still, sogar Antti und Jay reden nicht mehr miteinander.
“Wollen wir was für den kleinen spielen?” fragt Jay nach ein paar verstrichenen Sekunden. Die Idee kommt bei allen gut an, so dass die Jungs einen neuen Song für ihn spielen und schreiben. Irgendwann mitten im Lied stehe ich auf, greife nach Kris’ Zigarettenschachtel, nehme mir eine heraus und gehe nach oben raus. Zittrig zünde ich mir die Zigarette an, nehme einen kräftigen Zug und atme den kratzigen Rauch wieder aus. Ich kann die Warterei einfach nicht mehr aushalten! Antti kommt ebenfalls nach oben und sieht sich nach mir um.
“Hier bist du.” Ich nicke und blase den letzten Zug des Zigarettenqualms in die Luft und sehe Antti an.
“Hattest du nicht schon lang aufgehört?” fragt er. Fragend sehe ich ihn an.
“Womit?” Er zeigt auf die Zigarette, die ich gerade austrete.
“Hm,” brumme ich. “ich brauchte aber eine…”
“Tut mir leid, mit eurem Schatz.” Ich sehe ihn an, und nicke.
“Darf ich dich was fragen?” Ohje, ich weiß schon, was jetzt kommt! Langsam sehe ich zu Boden, nick und brumme.
“Hmm.”
“Sei ehrlich… was willst du von Jonne?” Schnell blicke ich sein ins Gesicht.
“Antti… du verstehst das nicht. Jonne und ich…”
“Ich verstehe das sehr wohl. Du liebst Kris! Mensch, du hast einen Sohn mit ihm, der gerade um sein Leben kämpft!”
“Antti…”
“Ich versteh euch beide nicht. Jonne weiß, dass er die Finger von dir zu lassen hat. Und du weißt das genauso gut! Was wenn ich Kris mal eben ein bisschen was erzähle?” Ich sehe ihn böse an.
“Schon okay, ich hab’s Jonne versprochen, nichts zu sagen.”
Ich atme erleichtert auf. Antti bietet mir noch eine Zigarette an, die ich dankend annehme.
“Was mischst du dich da eigentlich ein?” frage ich und versuche wenigstens ein bisschen beherrscht zu sein.
“Ich will nicht, dass zwischen uns alles kaputt gemacht wird, nur wegen einer Frau…”
“Ich mache nichts kaputt, Jonne will oder wollte es genauso wie ich. Warum schiebst du alles auf mich?”
“Das tu ich nicht. Es ist nur…”
“Hm?” frage ich und lege meinen Kopf leicht schief.
“Ach ist schon gut. Euer Ding…”
“Antti, ich will mich nicht mit dir wegen so etwas streiten… Jonne und ich…” doch weiter kann ich gar nicht sprechen, da Kris zur Tür rausgestürmt kam.
“Schatz… Das Krankenhaus hat angerufen.” Ich reiße die Augen auf. Krankenhaus hat angerufen, das kann doch nur etwas schlechtes bedeuten.
“Was ist, was wollten die?” Auch Antti hört genau hin, was Kris sagt.
“Joona…” flüstert er.
“Kristian! Was ist mit Joona?!” fluche ich.
“Komm mit rein, hol deine Jacke, wir müssen ins Krankenhaus.” Ich stürme nach unten in den Keller und suche hektisch nach meiner Jacke.
“Larry, wo ist meine Jacke?” Larry sieht sich um. “Weiß nicht, wo hast du sie hingelegt?” Ich krame die Klamotten der Jungs durcheinander, und finde sie trotzdem nicht. “Wo ist meine verdammte Jacke?” Jeder der Jungs versucht ihr zu helfen, doch auf die Schnelle war sie nicht aufzufinden.
“Maus, komm bitte…!” drängelt Kris. Ich entschließe mich, ohne Jacke loszufahren. Im Krankenhaus erzählt man uns dann, das der kleine gerade operiert wird. “Kris, ich hab Angst. Was ist mit ihm…?” will ich von einem Arzt wissen, der gerade aus dem Op kommt. “Es ist sehr kritisch, wir tun aber unser bestes.” “Kann ich ihn sehen?” Der Arzt nickt. Überall um meinen kleinen Schatz waren piepsende Geräte, überall war er an Geräten angeschlossen.
Vorsichtig strich ich ihm über seinen Kopf und hauchte ihm einen Kuss auf die Stirn.
“Joona, bitte mach das du ganz schnell wieder gesund wirst.



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