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Apology

Pat saß deprimiert an seinem Küchentisch, kaute an seinem Brötchen rum. Er war früher von der Probe abgehauen, da heute einfach nicht sein Tag war. Erst war er zu spät gekommen, weil einfach kein durchkommen in der Stadt war, dann schnauzte ihn Albi auch nur ständig an, was wiederum darauf zurück zuführen war, dass er Streit mit seiner Freundin gehabt hatte. Aber das war deshalb noch lange kein Grund ihn so anzufahren, überlegte sich dieser und schmiss das Brötchen auf den Tisch. Wütend langte er nach der Schachtel Lucky Strike, fingerte eine Zigarette raus und fluchte, dass das Feuerzeug nicht sofort so funktionierte wie er das wollte. Eigentlich rauchte er nie in der Wohnung, er hasste den Gestank, der dann überall hing. Doch heute hatte er einfach keine Lust mehr irgendeinen Schritt vor die Haustür zu machen. Er nahm einen kräftigen Zug und spürte so etwas wie Entspannung. Warum ist er überhaupt heute aus dem Haus gegangen, fragte er sich und sucht seinen Aschenbecher. Wo war dieses verfluchte Teil denn nun schon wieder? Nach kurzem Umsichsehen, stellte der Gitarrist fest, dass sich der Aschebecher mal wieder auf dem Balkon befand, wo auch sonst. Ziemlich angepisst schlurfte er also auf den Balkon. Wo er nun schon einmal hier war, konnte er genauso gut auch hier qualmen. „Guten Abend, Herr Prizwara.“ Begrüßte ihn der Nachbar von nebenan, der ebenfalls auf dem Balkon stand, wie jeden Abend, und seine Pfeife paffte. „Guten Abend.“ Versuchte Patrick möglichst freundlich heraus zu pressen. An und für sich unterhielt sich Pat gern mit seinem Nachbar, aber nicht heute. Beide schwiegen sich einen Moment lang an. „Kaffee?“ fragte dieser freundlich. Pat nickte. Whiskey wäre mir lieber, dachte er, war aber auch mit einem Kaffee zufrieden. Apropos Whiskey, heute wäre gerade die richtige Gelegenheit mal wieder einen zu genießen, doch mit wem? Alleine wollte er dann doch auch nicht. „Mit Schuss.“ Zwinkerte sein balkonnachbar und reichte ihm einen Pott Kaffee. „Oh Danke.“ Lächelte Pat. „Sie sehen so aus, als könnten sie einen mit Schuss gebrauchen.“ Meinte dieser und prostete ihm zu. Pat seufzte leise und nickte. „Da haben Sie Recht, heute ist definitiv nicht mein Tag.“ Beide standen sie nun auf ihren Balkons starrten ins Dunkel und schlürften ihren Kaffee. „Ich muss sagen, Sie machen den besten Caife Gaelach, den ich trinken kann. Nicht mal im Finnegans’s Harp bekommt man sowas Gutes.“ Seine Laune besserte sich etwas, mit jedem Schluck. „Tja, ist der beste Whiskey den ich hab.“ Patrick bedankte sich bei ihm, und beschloss doch noch im Finnegan’s Harp vorbei zuschauen. Immerhin war das sein Lieblingspub und er war dort sowas wie Stammgast, man kannte sich dort einfach. „Patrick! Man, ich hab keine Erscheinung gesehen, gerade eben.“ Begrüßte ihn der Wirt äußerst herzlich. „Ja, erhoff dir aber nicht zu viel, meine Laune ist nicht die beste! Noch nicht viel los, was?“ der Gitarrist pflanzte sich wie immer direkt an die Theke. „Wie immer?“ fragte Jochen, der Retter des Abends. Patrick lächelte und nickte. Langsam goss er seinen Lieblingswhiskey in sich, der Geschmack zerging langsam auf seiner Zunge. „Genießer wie eh und je.“ Klopfte ihm jemand von hinten auf die Schulter. „Jessy!“ drehte sich Pat zu ihr um. „man, wie lange haben wir uns nicht gesehen!“ „Tja, das müssen bestimmt 3 Jahre her sein.“ Ein doch noch relativ guter Abend ging zu Ende, mit viel Whiskey, Musik und Getratsche. Patrick verließ mehr oder weniger zufrieden seinen Lieblingspub und machte sich auf den Weg nach Hause. Er hatte Glück gehabt, dass keiner der Band im Pub war, die wollte er nämlich fürs erste nicht sehen. Müde war er noch lange nicht, deshalb überlegte der Gitarrist, was er mit dem angebrochenen Abend noch anstellen könnte. Allein rumhocken und sich DVDs ansehen, Allein rumhocken und TV glotzen, Gitarre spielen und Texte schreiben, überlegte er. Nein, dazu hatte er nun auch keine Lust. Er lies sich noch Wasser in die Wanne, und dann stellte er auch schon fest, dass es nun schon 3 Uhr morgens war. Zeit für schlafen, dacht er sich und kuschelte sich in sein Bett. Ziemlich früh wurde Pat unsanft von seinem Festnetz Telefon geweckt. „Wer ist dass denn zum frühen morgen, verdammt?“ Ehe Patrick das Telefon fand, fiel er über seine Gitarrenkabel, stolperte über seine Schuhe, trat auf irgendetwas Unerklärliches und fluchte vor sich hin. „Ja?“ entgegnete er genervt seinem gegenüber in der Leitung. „Oh, du klingst ja nicht grad gut gelaunt…“ „Na, das ist ja wohl kein Wunder. Also, was willst du, dass du mich um 6.30 Uhr aus dem Bett klingelst?“ „Mich für gestern entschuldigen.“ „Albi, das fällt dir mitten in der Nacht ein?! Spinnst du? Das hättest du mir auch genauso gut noch 4 Stunden später erzählen können.“ Brüllte Pat fast schon wütend, und legte auf. Sauer schmiss er das Schnurlostelefon auf die Couch, stampfte übelgelaunt in die Küche. „Kaffee, ganz dringend Kaffee. Was fällt dem eigentlich ein…“ Pat holte tief Luft um nicht gleich wieder loszuschreien, denn noch einmal klingelte das Telefon. „Wer ist denn das schon wieder?!“ „Ja?“ fragte er genervt. „Hey Pat.“ Wollen die mich heute verkackeiern, überlegte er angestrengt. „Was ist denn los?“ gähnte er ins Telefon. „Tut mir leid, dass ich dich vielleicht geweckt hab.“ „Passt schon, ich war schon wach…“ Patrick durchwühlte seinen Schrank nach frischen Klamotten. Auch noch Wäsche waschen musste er mal wieder. „Hast du Zeit?“ Plötzlich war Pat hellwach, das klang nicht gut. „Klar, für dich immer. Was ist denn…“ „Kann ich vorbei kommen?“ Um diese Uhrzeit? Wir haben es kurz nach halb 7 morgens, unnormal da jemanden zu besuchen. „Ich bringe auch Brötchen mit…“ Gut, Kaffee lief ja schon durch, aber trotzdem, warum zum Teufel, will da jemand in dieser Herrgottsfrühe Pat besuchen? „Wann bist du da…wegen Kaffee. Der läuft schon durch.“ Der Anrufer sah auf die Uhr, und kratze sich am Kopf. „Hm, in einer halben Stunde bin ich ungefähr da…“ Pat holte Luft, in einer halben Stunde würde es hier immer noch aussehen, wie nach einem Bombentreffer, trotzdem willigte er ein. Aufräumen! Jetzt musste er sich beeilen, schließlich wollte er nicht, dass man einen falschen Eindruck von ihm bekommt. Allerdings, wozu? Immerhin kannten sie sich lang genug, sicherlich würde kein schlechter Eindruck entstehen. Pat fing an die Klamotten von den letzten Tagen in die Waschmaschine zu stecken, das dreckige Geschirr in die Spülmaschine zu räumen, den Tisch abzuwischen und dann war es auch schon soweit, dass sein Besuch kam. „Guten Morgen, und Sorry nochmal…“ Pat war wie erschlagen, als er seinen Kumpel ansah. Beinahe wäre ihm etwas rausgerutscht, wegen seinem Aussehen. „Komm rein. Ist aber nicht so aufgeräumt, wie du siehst…“ murmelte Pat, doch seinen Besucher schien das nicht wirklich zu interessieren. Er schien andere Probleme zu haben, als sich Pats Chaos genauer anzusehen. „Kein Problem, hier die Brötchen.“ Reichte er ihm die Tüte. „Oh, da sind ja sogar Hörnchen drin.“ Lächelte Patrick. Er liebte Hörnchen, am liebsten zu einem richtig guten Kaffee, vorzugsweise Irish Coffee. „Klar, das weiß ich doch noch!“ Pat verschwand, um den Kaffee zu holen. „Schwarz?“ „So wie immer.“ Versuchte der Besuch leicht zu lächeln. Patrick schlurfte trotzdem noch einmal zurück, um Marmelade, Butter, seinen Wurstteller, zwei Messer und eben die Kaffeetassen zu holen. Das alles balancierend, fragte er Patrick, was eigentlich der Grund für das ziemlich frühe Erscheinen war. „Pat, ich hab ein Problem,“ fing sein Freund an zu erzählen. Pat hörte ihm aufmerksam zu, wobei er sein Frühstück allerdings nicht vernachlässigte. Plötzlich war er so geschockt, von allem was ihm Jay erzählte. Er wusste noch nicht mal, was er ihm sagen sollte. „Willst du erst mal hier bleiben?“ Das war das Einzigste, was ihm dazu einfiel. Jay schien irgendwie erleichtert zu sein, als Pat ihm das Angebot machte. „Nur, wenn es dir keine Umstände macht. Zu Hause fällt mir echt die Decke auf dem Kopf…“ Der Gitarrist winkte ab. „Quatsch, kein Problem. Allerdings muss ich dir sagen, dass ich, wenn du schläfst, gerade nach Hause komme, oder noch unterwegs bin… jedenfalls zurzeit. Oder wenn du aufstehst, gehe ich erst ins Bett.“ „Na, das macht mir nun nichts aus, schließlich kenne ich das noch von früher.“ Zwinkerte Jay ihm zu. Pat nickte zufrieden und kippte sich den Rest vom Kaffee runter. „Du auch noch was?“ fragte Patrick seinen Besuch und zeigte auf die Kaffeekanne. Jay nickte langsam. „Muss ich nur schnell nachkochen, wusste ja nicht…“ den Rest ließ er lieber, er wollte Jay nicht von seinen Problemen von gestern Abend die Ohren volljammern, schließlich hatte er genug eigene, und sollte sich nicht mit solchen Kleinigkeiten rumschlagen müssen. „Na, wenn du jetzt extra noch welchen kochen musst, dann nicht.“ Pat sprang mit Schwung auf und klopfte Jay auf die Schulter. „Passt schon, damit ich den Tag überhaupt überstehe, MUSS ich nochmal Kaffee aufsetzen. Guck wir haben’s doch erst kurz vor halb acht.“ Was die beiden diesen Morgen an Kaffee vernichteten, musste Pats Wochenvorrat gewesen sein.



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